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Panorama 2011


+ île flottante | Nica Giuliani & Andrea Gsell


In "Panorama" dreht sich eine Kamera langsam und gleichmässig 360 Grad um die eigene Achse und erfasst so sequentiell einen Innenraum. Der Kamerablick vermittelt nur eine Ahnung von einem möglichen Bewohner, manchmal erklingen Geräusche aus dem Off, die die Rezipienten Vermutungen über ein Geschehen anstellen lassen und sich aber im sichtbaren Raum nicht festmachen lassen. Ergänzt wird die Bild-Ton-Konstruktion durch einen kurzen Text, der täglich wechselt und ein weiteres Element der bruchstückhaften Erzählung bildet. Er besteht aus FundstŸcken aus der Tagespresse, die täglich als wechselnder Arbeitentitel neu angebracht werden. Dieses Textelement konkretisiert einerseits den vorgefundenen narrativen Raum für den einzelnen Rezipienten und weitet andererseits den Imaginations- und Interppretationsspielraum über die Ausstellungsdauer hinweg gesamthaft kontinuierlich aus. Die fragmentarischen Eindrücke, welche die Betrachter von diesem Geschehen erhaschen, bieten die Versatzteile einer Geschichte, die immer wieder etwas anderes erzählt.



panorama

© Lilian Beidler 2016